Die Meinungen lokaler Dienstleister gehen heute immer noch stark auseinander, wenn es um das Thema Nutzung des Internets geht. Webseite? Warum? Wir als lokale Anbieter leben doch weitgehend von der Empfehlung unserer Kunden. Das spricht sich rum – Internet!? Nee – lassen Sie mal gut sein. Das macht nur unnötig viel Arbeit und verursacht zusätzliche Kosten. Wir kriegen auch so unsere Kunden … Natürlich ist die Empfehlung ein wichtiger Kundenbringer – nach wie vor. Der Handwerker, die Autowerkstatt, der Friseur, der Bäcker – alles typische Dienstleister, die mit und von ihren Stammkunden leben. Gute Arbeit spricht sich rum. Das war schon immer so. Ist daher die Nutzung des Internets tatsächlich unsinnig für diese Anbietergruppe? …
Betrachten wir unsere Lebensbedingungen, die sich immer mehr auf Flexibilität ausrichten, werden wir feststellen, dass inzwischen sehr viele Menschen öfter den Wohnort wechseln (müssen/wollen). Auch die Arbeitszeiten haben sich verändert. Wer hat noch um 16 Uhr Feierabend und kann sich vor Ort nach einer Dienstleistung umsehen, übliche Bürozeiten nutzen usw.? Und die neue Umgebung wirft viele Fragen auf: Wo ist der nächste Arzt, die nächste Werkstatt, der nächste Bäcker … ? Empfehlungen? Ja, wen soll man fragen, wenn man niemanden kennt? Und jetzt um diese Uhrzeit – 22 Uhr? Also PC an und ab ins Internet – der unkomplizierteste Weg, an Informationen zu kommen.
Gut, wer jetzt hier zu finden ist – so mit “virtuellem Büro”, dass 24 Stunden geöffnet hat. Egal ob Arzt, Werkstatt, Bäcker … das Medium Internet bietet Dienstleistern aller Art eine zusätzliche Möglichkeit der Präsentation seiner Leistungsvielfalt an. Und so manch ein kleines Unternehmen kann den Standortnachteil in dritter Reihe ausgleichen, wenn es sich gut im Internet platziert.
Nehmen Sie einen Einzelhändler. Er ist auf die Laufkundschaft angewiesen – ein relativ kleiner Kundenkreis. Der Abkauf ist entsprechend dünn. Natürlich ist er in der Warenpräsentation auch von der Ladengröße eingeschränkt. Das macht es schwer, wenn weiter vorne Warenhäuser locken.  Kunden lieben die große Auswahl und nicht abgezählte Einzelstücke. Da ist die Betreibung eines Shops im Internet durchaus eine zusätzliche Alternative. Vorteil, es können weitere Kundenkreise erschlossen und mehr Waren präsentiert werden. Damit kann der Händler auch bessere Einkaufskonditionen bei seinem Händler erzielen. Mehr Umsatz, bessere Einkaufskonditionen, mehr Gewinn – und plötzlich rechnet sich das Geschäft … wenn man zusätzlich im Internet gefunden wird.
Auch der Bäcker – warum nicht. Der erweitert sein Angebot durch seinen virtuellen Laden. Was der Pizzabäcker kann, kann der Brötchen- und Kuchenbäcker auch. Kunde wählt im Internet seine Frühstückstüte aus, bestellt den Kuchen für die Geburtstagsparty und das Knusperbrot für das Abendessen gleich dazu – vielleicht lohnt sich jetzt ein ganzer Partyservice zusammen mit der Fleischerei nebenan. Alles angeboten über die gemeinsame Webseite – das spart Kosten, erhöht den Bekanntheitsgrad und den Umsatz. Ja – selbst für den Bäcker lohnt sich eine Webseite, wenn er auch noch morgen genügend Kunden bekommen will. Neue Geschäftsideen, neue Kooperationen, mehr Service für die eigenen Kunden – was will man mehr?
Und plötzlich ist eine Webseite nicht nur ein totes Bilderbuch, sondern aktives Werkzeug für den Handwerker, für den Friseur, für den Bäcker, für den Arzt usw. In den virtuellen Medien stecken viele Chancen. Man muss sie nur sinnvoll nutzen.

